Der Januar war leicht zu warm und viel zu nass (+75 %). Es gab 10 Eistage (+2) und 20 Frosttage (-5).
Der Februar war zwar 4 °C kälter als der letztjährige Rekordfebruar, aber trotzdem noch 1,2 °C zu warm. Mit nur 30 mm war er ziemlich trocken und normal sonnig.
Im März machte sich der Frost bereits rar: Nur zur Monatsmitte gab es ein paar Tage mit nächtlichem Luftfrost, der Rest des Monats zeigte sich mild, sonnig und trocken. Der März war 1,3 °C zu warm und mit nur 29 mm der trockenste März seit Messbeginn. Im Berner Oberland wurden im März bereits drei grössere Waldbrände (zwei davon mit Helikoptereinsatz) verzeichnet, im Vinschgau vernichtete zur gleichen Zeit ein Waldbrand mehrere Dutzend Hektaren Wald. Die Monate März und April werden diesbezüglich oftmals unterschätzt, stellen im Kanton Bern anzahlmässig jedoch den Höhepunkt der jährlichen Brandsaison dar. Ursache dafür ist die bereits intensive Sonneneinstrahlung bei noch ruhender Vegetation, womit die in tieferen Bodenschichten noch vorhandene Feuchtigkeit nicht an die Oberfläche gelangt und die Streuschicht leicht entzündbar ist.
Auch der April war 1,3 °C zu warm und leicht zu trocken, jedoch überdurchschnittlich sonnig. Im April gab es nur noch einen einzigen Frosttag (normal wären deren sieben!). Zur Monatsmitte kam den ersehnte Niederschlag.
Was bei allen Wintermonaten auffällt, ist eine Tendenz der Zunahme der tiefsten Temperaturen (blau), wie nachfolgende beiden Grafiken veranschaulichen. Dabei zeigt sich, dass der Februar in den letzten paar Jahren ein Temperaturniveau erreicht hat, welches vor nur 15 Jahren noch demjenigen des Märzes entsprochen hatte. Die Saison schieb scheint sich also um einen ganzen Monat vorzuverschieben. Dabei handelt es sich um eine bekannte Tendenz, das Ausmass überrascht mich allerdings doch. Wichtig anzumerken ist allerdings, dass es sich hier um eine Tendenz und keine gesicherte "klimatische" Aussage handelt, die Variabilität zwischen einzelnen Jahren ist gross und der Beobachtungszeitraum dafür zu kurz.
Der Mai zeigte sich sowohl bezogen auf die Temperatur, als auch Niederschlag und Sonnenscheindauer als durchschnittlicher Wonnemonat. Ganz anders der Juni: Dieser war satte 4,5 °C wärmer als der Juni 2024, 1,3 °C wärmer als der bisher wärmste Juni im Oberthal und knackte bereits die 30 °C Marke. An 15 Tagen wurde die Sommertagmarke erreicht - so viel wie noch nie. Der Temperaturüberschuss zu einem normalen Juni betrug eindrückliche 3,5 °C - übers ganze Monatsmittel! Ansonsten zeigte er sich deutlich zu trocken und viel zu sonnig.
Der Juli ruderte etwas zurück - glücklicherweise, ansonsten wäre wohl ein Hitzesommer 2003 zwei.null vorprogrammiert gewesen und Wasserversorgung und Waldbrandsituation sehr kritisch geworden: Er war mit einem Temperaturdefizit von 0,5 °C gegenüber dem Normwert aus Langnau der fünftkühlste Juli in der 20-jährigen Messreihe im Oberthal. Nach einem heissen Start war besonders das letzte Julidrittel kühl, hier wurde nur an 3 Tagen knapp die 20 °C - Marke erreicht, während am verregneten 28. Juli die Höchsttemperatur auf bescheidene 12,2 °C stieg. Die Tiefsttemperatur betrug 7 °C - so tief wie zuletzt im Juli 2016. Es sei jedoch erwähnt, dass das Juliminimum von 2004 - 2016 im Schnitt genau diese 7 °C betrug und die Tiefsttemperatur an einem durchschnittlichen Julimorgen der Jahre 1991 - 2020 11,7 °C betrug. Der Niederschlag war leicht überdurchschnittlich, die Sonnenscheindauer leicht unterdurchschnittlich.
Der August zeigte sich zur Monatsmitte noch einmal hochsommerlich und brachte gar eine Tropennacht. Es handelt sich um die erste August-Tropennacht im Oberthal! Umso kühler wurde wohl der Temperaturrückgang aufs letzte Monatsdrittel empfunden. Insgesamt war er 1 °C zu warm und normal nass/sonnig.
Interessant ist zu bemerken, dass dieses Jahr in der Region Thun - Emmental die sonst üblichen Frühjahrsgewitter fast gänzlich ausblieben. Die Gewittersaison scheint dies nun im August/September noch nachzuholen.
Am 20. Juli fielen einzelne Hagelkörner mit einer einzigartigen Form: Zahlreiche Körner wiesen in einer Ebene vier mehrere Zentimeter lange Spitzen auf (siehe Foto).
Der September zeigte sich bis zum 20. noch mild, ehe der Herbst Einzug hielt. Insgesamt war er 45 mm zu nass, 35 h zu wenig sonnig und normal warm.
Der Oktober präsentierte sich ausgeglichen ohne einen warmen Tag, jedoch auch noch ohne Luftfrost (normal wären 3 Frosttage). Er war 1 °C zu kalt, normal nass und etwas sonnenarm.
Am 23. Oktober wurde mit Durchzug von Sturm Benjamin eine Windböe von 98 km/h registriert - die dritthöchste im Oberthal. Gemäss MeteoSchweiz sind Windböen wie bei Benjamin in der Zentral- und Westschweiz statistisch alle 5 Jahre zu erwarten.
Der November schliesslich war insgesamt normal temperiert, normal nass und etwas zu sonnig. Spannend ist jedoch, dass der Monat komplett zweigeteilt war: Wurde in der ersten Monatshälfte noch kein einziger Frosttag registriert bei milden Temperaturen bis 15 °C, in Westföhngebieten des Jura bis 24 °C und zwei kleineren Waldbränden im Kanton Bern, fiel die Temperatur ab der zweiten Monatshälfte markant: Diese zeigt sich fast 10 °C kälter als die erste Monatshälfte und es lag durchgehend eine Schneedecke.
An drei Tagen in Folge herrschte Dauerfrost mit einer neuen Novembertiefsttemperatur von beeindruckenden -9,7 °C am 23. Dazu lag während knapp zweier Wochen eine Schneedecke. Die nachfolgende Grafik zeigt den frappanten Wechsel von einer neuen Höchsttemperatur zur neuen Tiefsttemperatur:
Der Dezember präsentierte sich - zumindest oberhalb der Hochnebeldecke - frühlingshaft. Durch den fehlenden Niederschlag war selbst in mittleren Lagen bis 2000 m eher Wandern denn Skifahren angesagt. Gegen Weihnachten stieg die Nebeldecke auf rund 1000 m an, wodurch im Oberthal konstant Eistage verzeichnet wurden. Kürzlich wurde durch MeteoSchweiz bestätigt, dass in den letzten 40 Jahren die Hochnebeltage um rund 1/3 abgenommen haben. Mögliche Ursachen könnte die generell wärmere Luft, welche weniger oft zur Kondensation kommt, sein, aber auch eine Veränderung in den vorherrschenden Wetterlagen. Daher ist die längere Hochnebelperiode durchaus eine Erwähnung wert.
Insgesamt war der Dezember knapp 1 °C zu warm, normal sonnig und ausserordentlich trocken. Nur an 2 Tagen fiel über 1 mm Niederschlag, die Monatssumme belief sich auf 11 mm. Damit war der Dezember 2025 nach dem Dezember 2016 der trockenste Dezember. Verbunden mit der inaktiven Vegetation vermag nicht zu erstaunen, dass über die Weihnachtstage mehrere Waldbrände stattfanden. Ein grösseres Ereignis (mehrere Hektaren) ereignete sich im Tirol, wo die Löscharbeiten mindestens drei Tage in Anspruch nahmen.
Übers ganze Jahr gesehen resultierte ein Temperaturüberschuss von 0,7 °C, während Niederschlagsmenge und Sonnenscheindauer im Bereich der Norm zu liegen kamen.